Sprungbrett Lehre: Ob mit Matura oder ohne – wer will, kann mit einem Lehrberuf Karriere machen. Zwei Frauen erzählen, wie sie es geschafft haben.
Hannah und Martin: Lieber Sudhaus statt Büro
Kurze Zusammenfassung:
- Leidenschaft fürs Brauhandwerk: Hannah Mayer und Martin Lau arbeiten mit Begeisterung und übernehmen früh Verantwortung.
- Vielseitige Ausbildung: Die Lehre verbindet Handwerk, Technik, Naturwissenschaften und Teamarbeit mit viel Praxis.
- Starkes Team & Vertrauen: Eigenständiges Arbeiten, Zusammenhalt und Offenheit prägen den Arbeitsalltag.
- Struktur & Benefits: Klarer Ausbildungsplan, Berufsschule, Partnerbetriebe und attraktive Zusatzleistungen.
- Karrierechancen: David Tiefenthaler zeigt den Weg vom Lehrling zum jüngsten Braumeister Vorarlbergs.
Es riecht nach Malz, es zischt und dampft im Sudhaus. Mittendrin stehen die Mohrenbräu-Lehrlinge Hannah Mayer (18) und Martin Lau (18), die ihren Beruf mit echter Leidenschaft leben. Genauso wie David Tiefenthaler (23) von der Brauerei Frastanz. Sein Weg führte ihn vom Lehrling über den Gesellen zum jüngsten Braumeister Vorarlbergs.
Handwerk, Technik, Teamgeist
Wir begleiten Hannah und Martin zum Spindeln ins Sudhaus, sind bei der Entnahme des Trebers mit dabei und sehen bei der Hopfengabe zu. Man spürt bei beiden die Begeisterung für ihren Beruf. „Die Ausbildung zum Brau- und Getränketechniker vereint alles, was mich interessiert“, sagt Martin auf dem anschließenden Weg in den Gärkeller. Während er dort Leitungen zusammenbaut, zeigt uns Hannah, mit welcher Akribie sie eine sterile Probe für die mikrobiologische Untersuchung entnimmt. Viel Verantwortung für einen Lehrling. Kein Problem für die Götznerin.
Gekommen, um zu bleiben
In der Creativbrauerei füllt Martin spezielle Biere in kleineren Chargen ab und versieht sie mit Kronkorken. Im Anschluss werden diese händisch etikettiert. Der Kennelbacher kam über einen persönlichen Kontakt zum Schnuppern in die Brauerei und blieb.
„Schon im ersten Lehrjahr darf man auch selbstständig arbeiten. Das Vertrauen und die Offenheit im Team motivieren enorm.“
Martin, 18, Mohrenbräu-Braulehrling

„Papa war voller Stolz“
Auch für Hannah war früh klar: Ein klassischer Bürojob kommt nicht infrage. Sie suchte eine technische Lehre mit Praxisbezug und Vielfalt. Nach mehreren Schnuppertagen war die Entscheidung gefallen. „Mohrenbräu hat mich vom ersten Moment an begeistert.“ Aber nicht nur sie, auch ihr Vater war wegen ihrer Berufswahl hoch erfreut. „Papa hat damals seinen Kollegen voller Stolz mitgeteilt, dass ich zur Brau- und Getränketechnikerin ausgebildet werde.“ Während Hannah im Drucktankraum eine Probe vom fertigen Bier entnimmt, erzählt sie uns von der Vielseitigkeit ihres Berufes und dem starken Zusammenhalt im Team.
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Die Voraussetzungen
Verantwortlich für die fundierte Ausbildung bei Mohrenbräu ist unter anderen Lehrlingsausbildner Daniel Münch (31). Sein Anspruch: „Unsere Lehrlinge sollen während der drei Ausbildungsjahre alle Bereiche der Brauerei kennenlernen und nach der Lehre als vollwertige Fachkräfte Verantwortung übernehmen können.“ Grundlage dafür ist ein strukturierter Ausbildungsplan, der Praxis im Betrieb mit Blockunterricht an der Berufsschule in Klosterneuburg (zwei Monate pro Lehrjahr) verbindet. „Zusätzlich binden wir die Lehrlinge aktiv in die Limonadenherstellung (VO ÜS) ein und auch der Ausbildungsverbund mit Partnerbetrieben wie Pfanner in Lauterach erweitert den Horizont. Sie erleben damit die gesamte Bandbreite unseres Handwerks“, so Münch, der betont, dass Interessierte am Lehrberuf auch ein grundlegendes Verständnis für chemische und physikalische Prozesse sowie ein hohes Hygienebewusstsein mitbringen sollten. Dafür warten auf die Lehrlinge neben der Ausbildung viele Benefits: u.a. Klimaticket für ganz Österreich, diverse Praktika (zB Hopfenernte in Deutschland), Leistungs- und Zeugnisprämien oder die Ausbildung zum/zur Biersommelier(e). Mehr Infos und Bewerbungen unter: mohrenbrauerei.at

Brauerei, Bier und Berlin – vom Lehrling zum jüngsten Braumeister Vorarlbergs
Im Berufsleben ein paar Schritte weiter als Hannah und Martin ist David Tiefenthaler (23), der bereits vor ein paar Jahren als Braulehrling bei der Brauerei Frastanz angefangen hat. Heute ist er jüngster Braumeister Vorarlbergs, wenn nicht sogar Österreichs. Aufgewachsen in der Region Frastanz/Beschling, lernte er den Betrieb bereits mit 14 Jahren bei Schnuppertagen kennen. „Mit 15 war ich aber noch zu jung für die Lehre“, erzählt er. Ein Zwischenjahr an der HTL bestätigte schließlich sein Bauchgefühl: Das ist nicht mein Weg. Mit 16 kehrte er zurück zur Brauerei Frastanz und begann seine Lehre. Inspiriert wurde er dabei von seinem Vorbild und heutigen Chef Laurin Bernhart.

Das perfekte Bier
Was ihn am Berufsbild bis heute begeistert, ist die Vielfalt: „Bier ist ein Naturprodukt. Kein Tag ist wie der andere.“ Vom Einmaischen bis zur fertigen Flasche vergehen sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit zeigt sich, wie sensibel natürliche Rohstoffe auf den Brauprozess reagieren.
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„Das perfekte Bier herauszubekommen, das macht richtig Spaß.“ Mein Lieblingsbier? „Natürlich alle, aber ein kleines bisschen mehr das s’Klenne.“
David, Braumeister, Brauerei Frastanz

„Es war die richtige Entscheidung“
Seit vergangenem Oktober trägt er offiziell den Titel des jüngsten Braumeisters Vorarlbergs. Möglich wurde dieser Schritt durch die Unterstützung der Brauerei Frastanz. Die Ausbildung führte ihn an die renommierte VLB Berlin (Versuchs- und Lehranstalt für Bier- und Brauereiwesen). Über ein Jahr hinweg absolvierte er dort jeweils eine Woche pro Monat die Fortbildung zum Braumeister. Der Abschluss: Brauer- und Mälzermeister. Für David ist klar: „Es war die richtige Entscheidung“.
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Empfehlung an zukünftige Lehrlinge
Die Brauerei Frastanz ist laufend auf der Suche nach motivierten Braulehrlingen ab 16 Jahren. Wichtig sind technisches Verständnis, Interesse an Naturwissenschaften (insbesondere Chemie) sowie Verantwortungsbewusstsein, da Qualität, Hygiene und der Umgang mit natürlichen Rohstoffen großgeschrieben werden. Geboten wird eine einzigartige Kombination aus topmodernem Neubau mit neuester Brautechnologie und traditioneller Technik im Sudhaus.
Dazu kommen attraktive Benefits: u.a. Mitarbeiteraktionen, Ausflüge, ein gemeinsamer Mittagstisch zweimal pro Woche und ein junges, dynamisches Team. „Es macht einfach Spaß zum Schaffa“, sagt Tiefenthaler. Bei Interesse hier melden: frastanzer.at
Ob als Lehrling oder jüngster Braumeister des Landes: Hannah, Martin und David zeigen, dass Brauen weit mehr ist als ein Job. Es ist Handwerk, Verantwortung und echte Leidenschaft. Wer Technik, Teamgeist und Abwechslung sucht, findet in der Brauerei keinen Büroalltag, sondern eine berufliche Zukunft mit Perspektive.
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Produziert von Russmedia Digital GmbH
Text: Mario Oberhauser
Bilder: Mario Oberhauser (11), Mohrenbräu (1)
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