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Der Karriereweg von Kiara und Maximilian

Spitzensport mit Plan B:

Kurze Zusammenfassung:

  • Spitzensport, Lehre und Schule unter einen Hut bringen: Kiara Matt und Maximilian Taucher zeigen, wie eine duale Karriere gelingen kann.
  • Mit dem Programm „Nachwuchsspitzensport und Lehre“ verbindet das Olympiazentrum Vorarlberg Leistungssport und Berufsausbildung.
  • Eishockeytorfrau Kiara Matt absolviert ihre Lehre im Autohaus und erhält dank flexibler Modelle Zeit für Training und Nationalteam.
  • Rollstuhltennisspieler Maximilian Taucher setzt trotz internationaler Erfolge bewusst auf eine Lehre als berufliches Standbein.
  • Das duale Modell schafft Sicherheit: sportliche Träume verfolgen und gleichzeitig eine fundierte Ausbildung für die Zukunft aufbauen.

Arbeit, Training, Schule – und am nächsten Wochenende vielleicht ein internationales Match. Für Kiara Matt und Maximilian Taucher ist das kein Ausnahmezustand, sondern Alltag. Die beiden Nachwuchssportler:innen aus Vorarlberg haben sich bewusst für einen Karriereweg entschieden, der Leistungssport und Lehrausbildung miteinander verbindet.

Getragen wird dieser duale Karriereweg vom Programm „Nachwuchsspitzensport und Lehre“ des Olympiazentrums Vorarlberg. „Es ist eine Kombination von Spitzensport mit einer fundierten Berufsausbildung“, erklärt Tobias Weidinger, der das Programm betreut. Grundlage dafür sind reduzierte Wochenarbeitszeiten, verlängerte Lehrzeiten und eine enge Abstimmung zwischen Lehrbetrieb, Berufsschule und Sport.

Vom Spielfeld ins Autohaus

Die 17-jährige Kiara Matt aus Feldkirch ist Eishockeytorfrau und stammt aus einer „eishockey-verrückten“ Familie. „Ich habe mich immer schon für Eishockey und für Autos interessiert“, sagt sie. Heute steht sie für die VEU Feldkirch, das österreichische U18-Nationalteam und das Eishockey Leistungszentrum Vorarlberg im Tor. Parallel absolviert sie ihre Lehre zur Betriebslogistik-Kauffrau im Autohaus Gottfried Koch in Feldkirch. Ihr Arbeitsplatz: das Ersatzteillager. „Mir gefällt der Job, weil ich mit Autos zu tun habe und den Leuten direkt helfen kann“, erzählt Kiara. Dank des dualen Modells arbeitet sie 80 Prozent, ihre Lehrzeit verlängert sich um drei Monate. „Dafür bekomme ich frei, wenn ich mit dem Nationalteam unterwegs bin.“ Der Support ihres Arbeitgebers sei dabei entscheidend: „Mein Betrieb unterstützt mich voll.“

Female hockey goalie in a red, white, and black jersey, holding a trophy and wearing a medal on an ice rink.
Two smiling auto service staff, a woman and a man, are seen at the counter of a garage.
Ice hockey goalie in red jersey with number 96 on ice rink, looking forward.
A woman holding a blue bin stands in a narrow warehouse aisle flanked by tall shelves stocked with boxes and parts.

„Wenn ich mich beim Sport verletze oder etwas dazwischenkommt, habe ich trotzdem eine gute Berufsausbildung in der Tasche.“

Kiara Matt, Lehrling Autohaus Koch

Female hockey goalie in a red, white, and black jersey, holding a trophy and wearing a medal on an ice rink.

Auch sportlich hat sich Kiara klare Ziele gesetzt. „Das Ziel ist natürlich, irgendwann als Eishockey-Profi Geld zu verdienen – am liebsten in Nordamerika.“

Zwischen Tenniscourt und Lehrbetrieb

Für den 18-jährigen Rollstuhltennisspieler Maximilian Taucher aus Hohenems gehören Lehrberuf, Training und Turniere ebenso zum Alltag. Er zählt zu den erfolgreichsten Nachwuchsathleten seiner Sportart weltweit. 2025 gewann er Jugend-Weltmeistertitel, zwei Grand-Slam-Turniere und erreichte Platz 1 der Weltrangliste. Trotz dieser Erfolge entschied er sich bewusst für den dualen Karriereweg.

„Ich wollte von Anfang an Richtung Profisport gehen, aber mir war wichtig, dass ich, wenn ich irgendwann mit dem Tennis aufhöre, nicht leer dastehe.“

Maximilian Taucher, Lehrling Salzmann Formblechtechnik

Young man with curly hair, sitting in a blue wheelchair and smiling at the camera in an industrial setting.

Maximilian absolviert bei Salzmann Formblechtechnik in Hohenems eine Lehre als Bürokaufmann: „Ich bin 80 Prozent im Betrieb, 20 Prozent habe ich für den Sport.“ Für Turniere und Trainingslager wird er freigestellt. „Das lässt sich gut miteinander vereinbaren – dafür bin ich meinem Lehrbetrieb sehr dankbar“, erzählt er. Ohne die Unterstützung von Unternehmen, Familie, Sponsoren und Trainern wäre dieser Weg nicht möglich.

A young wheelchair tennis player hits a forehand on a red clay court during a match.
A smiling young man in a wheelchair holds two silver cups, with a tennis racket and two trays nearby.
Young male wheelchair tennis player with curly hair holds a racket, looking intently at the viewer.
A smiling young man with curly hair in a wheelchair, seated in a modern factory or workshop.

Sportliche Träume verwirklichen

Das Olympiazentrum Vorarlberg versteht sich als koordinierende Schnittstelle. „Wir begleiten die Anbahnung des Lehrverhältnisses, stimmen Termine ab und sind Ansprechpartner bei Fragen“, erklärt Tobias Weidinger. Aktuell absolvieren elf Jugendliche das duale Programm. Ziel sei es, „dass die jungen Spitzensportler:innen ihre sportlichen Träume verwirklichen können und gleichzeitig eine solide berufliche Basis haben“, so Weidinger.

Mut, Ausdauer und Plan B

Für Maximilian Taucher sind die Paralympics 2028 in Los Angeles das nächste große Ziel. Kiara Matt arbeitet am Sprung in den internationalen Frauen-Eishockeysport. Parallel dazu absolvieren beide 2026 ihre Lehrabschlussprüfung. Danach stehen ihnen sportlich wie beruflich alle Türen offen. Die zwei Nachwuchssportler:innen aus Vorarlberg zeigen, dass Spitzensport Mut und Ausdauer braucht, ein Umfeld, das unterstützt – und manchmal auch einen Plan B.

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Produziert von Russmedia Digital GmbH
Text: Kathrin Hausberger
Bilder: Maximilian Taucher, Nicolas Zangerle, Kathrin Hausberger, Salzmann Formblechtechnik

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