Fiona im Scheinwerferlicht

Fiona im Schein-werferlicht

Audio wurde mit KI generiert

Kurze Zusammenfassung:

  • Fiona Splinter absolviert eine Lehre in Veranstaltungstechnik und lernt dort von Anfang an alle Facetten ihres Berufs kennen – von Licht- und Tontechnik bis zur Instandhaltung.
  • Ob auf, vor oder hinter der Bühne – sie fühlt sich im Festspielhaus Bregenz wohl und bringt ihre Erfahrungen aus der Band „Reality Break“ aktiv in die Ausbildung ein.
  • Praxis und Berufsschule wechseln sich ab, und durch Projekte wie ein Kindermusical kann sie ihre Fähigkeiten direkt anwenden und weiterentwickeln.
  • Fiona überzeugt besonders durch ihre Begeisterung für Technik und ihre Fähigkeit, sich in die Perspektive von Künstler:innen und Techniker:innen hineinzuversetzen.
  • Sie möchte junge Frauen ermutigen, technische Berufe offen anzugehen und sich nicht von gängigen Rollenbildern einschränken zu lassen – der eigene Weg zählt.

Scheinwerfer hängen, Lautsprecher aufbauen, Kettenzüge setzen – all das und noch mehr lernt Fiona als Lehrling in der Veranstaltungstechnik. Eine Geschichte über Chancen und den Mut, den eigenen Weg zu gehen.

Fiona Splinter
Lehrlinge wie Fiona werden von Beginn an aktiv in den Arbeitsalltag und ins Team integriert.

Ob auf, vor oder hinter der Bühne – Fiona Splinter kennt alle drei Schauplätze. Sie ist eine der wenigen Auszubildenden in Vorarlberg im Lehrberuf Veranstaltungstechnik beim Festspielhaus Bregenz. In ihrer Freizeit gibt sie mit ihrer Band „Reality Break“ den Ton an.

„Ich verbringe sehr viel Zeit mit meiner Band und durfte bereits einige Bühnenerfahrung sammeln. Zudem wollte ich nach der Matura etwas Praktisches lernen. Da lag es nahe, eine Ausbildung zu wählen, die in diese Richtung geht und meine Interessen stärkt“,

erzählt Fiona. In ihrer 3,5-jährigen Lehre lernt sie die Veranstaltungstechnik in all ihren Facetten kennen: Sie arbeitet auf der Bühne, beschäftigt sich mit Licht- und Tontechnik, lernt im Bereich Multimedia dazu und ist auch in der abteilungsübergreifenden Instandhaltung im Einsatz. Heute ist sie bereits im zweiten Lehrjahr. „Ich bin gerne um die Bühne herum und mag an meinem Beruf wirklich alles. Einen typischen Arbeitsalltag gibt es nicht. Vom Aufbau der Veranstaltungstechnik nach Plan über die Durchführung der Hausopern im Sommer bis zu Fragerunden mit dem Ausbildner ist alles dabei“, erzählt die 20-Jährige. Ergänzt wird die praktische Ausbildung durch die Berufsschule, die sie für fünf bzw. sechs Wochen geblockt einmal pro Semester in Wien besucht.

„Ich bin froh, mit dem Team so viele unterschiedliche Veranstaltungen begleiten zu dürfen und dabei zu lernen, was es alles braucht, damit am Ende jedes Event reibungslos abläuft. Angefangen von Firmenfeiern über Maturabälle bis zu Musicals – ich konnte schon einige Erfahrungen in meiner Lehre sammeln“, sagt Fiona begeistert.

Den eigenen Weg gehen

Durch ihre Auftritte als Musikerin mit ihrer Band „Reality Break“ fällt es Fiona in der Ausbildung leicht, die Tontechnik und das Mischpult zu verstehen. Außerdem kann sie dank ihrer Bühnenerfahrung die Veranstaltungstechnik auch aus einem anderen Blickwinkel sehen: „Ich weiß, wie sich jemand auf der Bühne fühlt. So kann ich mich in die Situation besser hineinfühlen und könnte vielleicht auch den einen oder anderen Tipp geben.“

Ganz nach dem Motto „Learning by Doing” sind separate Lehrlingsprojekte wie z. B. ein Kindermusical in der Volksschule Weidach in Bregenz Fionas Lieblingsevents, denn dabei dürfen Lehrlinge wie sie am meisten ausprobieren.

Jungen Frauen, die sich auch für technische Berufe interessieren, rät Fiona, diesen Schritt bewusst zu gehen: „Es kann nicht viel schief gehen. Wenn die Ausbildung oder der Beruf doch nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, kann man sich immer etwas anderes suchen.“ Zudem sind technische Berufe sehr zukunftssicher, ist sie überzeugt.

„Natürlich sind aber vor allem die Sommeropern auf dem See und im Haus für uns Lehrlinge sehr interessant, weil wir in das große Ganze eingebunden sind und lernen, wie solche außergewöhnlichen Produktionen ablaufen“, berichtet Fiona. Wo sie sich in einigen Jahren sieht? Das möchte sie für sich noch herausfinden. Momentan gefallen ihr alle Bereiche der Veranstaltungstechnik und sie schätzt die zahlreichen beruflichen Chancen. „Ich könnte Bühnendesign studieren, einen Meisterabschluss in der Lichttechnik machen oder vielleicht auch mit einer Band auf Tour gehen.“

Trotz der vielen Möglichkeiten, die ihre Ausbildung bietet, ist für Fiona eines entscheidend: sich nicht von festgefahrenen Rollenbildern, wie etwa, dass Technik nur etwas für Männer ist und Frauen nicht in diese Berufsbranche passen, einschränken zu lassen. „Ich denke, das Wichtigste im Leben und bei der Ausbildungswahl ist es, den eigenen Weg zu finden und konsequent zu gehen.“

Von Johanna Walser

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