Unsere Stimme hat Macht

Audio wurde mit KI generiert

Kurze Zusammenfassung:

  • Die Stimme ist einzigartig und untrennbar mit der Persönlichkeit verbunden. Sie wirkt als akustische Visitenkarte und entscheidet darüber, ob Botschaften gehört und verstanden werden.
  • Ingrid Amon gilt als Pionierin der Stimm- und Sprechtechnik. Ihr Werk „Die Macht der Stimme“ ist seit vielen Jahren ein Bestseller, und sie trainiert Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Medien.
  • Eine überzeugende Stimme ist die wichtigste Soft Skill und beeinflusst Aufmerksamkeit, Zustimmung und beruflichen Erfolg maßgeblich.
  • Durch gezieltes Training lassen sich Artikulation, Ausdruck und Authentizität verbessern. Ziel ist die Übereinstimmung von Denken, Fühlen und Sprechen.
  • Häufige Fehler wie zu schnelles, monotones oder zu leises Sprechen schwächen die Wirkung. Emotion, Pausen, Gestik und der richtige Ton sind entscheidend für eine erfolgreiche Kommunikation.

Die Stimme transportiert alle beruflichen und privaten Botschaften zu den Empfängern. Einzigartig, unverwechselbar. Wohlklang der Stimme und artikuliertes Sprechen überzeugen, motivieren, verbinden.

Wie jeder Mensch ist auch seine Stimme ein Original. Einmalig, einzigartig, unverwechselbar, unverzichtbar, untrennbar mit der Person verbunden. Wer seine Stimme erklingen lässt (lat. personare), wird gehört. Pionierin für Stimm- und Sprechtechnik ist Ingrid Amon aus Dornbirn. 2018 wird ihr vom österreichischen Bundespräsidenten der Berufstitel Professorin verliehen. Seit 25 Jahren bestätigt ihr Standardwerk „Die Macht der Stimme“ mit der 6. kontinuierlich aktualisierten Auflage seine Qualität als Best- und Longseller. Ihre Kunden sind Persönlichkeiten aus Politik, Management, Kultur und Medien. Der Frauenanteil beträgt 50%.

Mit Elan, Wissen, Empathie lehrt ­Ingrid Amon ­stimmliche und sprechtechnische ­Entfaltung.

Der Weg zur Stimmexpertin

Da nach dem Befund ihrer Eltern Journalismus kein sicherer Beruf ist, absolviert Ingrid Amon nach der Matura die PÄDAK. Ihr didaktisches Know-how nimmt sie als Moderatorin und Redakteurin in das ORF Landestudio mit. Da sie „unbedingt ins Fernsehen will“, setzt sie ab 1985 ihre Tätigkeit für den öffentlich rechtlichen Rundfunk in TV und Radio in Wien fort. Parallel arbeitet sie als Stimmtrainerin in der Wirtschaft. 1996 eröffnet sie „allein auf weiter Fläche“ das Institut für Sprechtechnik. „Mit Kind, Familie und Haushalt gingen sich die 2 Jobs nicht mehr aus.“

Die Stimme macht Stimmung: Wer stimmig klingt, kann überzeugen. Wer verstimmt ist, findet wenig Gehör.

„Die Stimme ist der hörbare, lebendige, persönliche Ausdruck jedes Menschen und seine akustische ­Visitenkarte.“

Ingrid Amon

Was tut der ­Stimme gut?
In Ingrid Amon’s ­Büchern gibt es auch einfache ­Rezepte: Laut
lesen, Summen, Grimassen schneiden, ­Luftküsse ­verschicken...

Seither bietet die Expertin für Stimm- und Sprechtechnik Kurse, Seminare, Workshops, Einzel- wie Gruppentrainings, Bücher und Apps an. Erfolgreich. „Die Stimme ist unter den Soft Skills die wichtigste Fähigkeit. 91% der Entscheidungsträger bevorzugen BewerberInnen mit einer guten Stimme.“ Nach Ingrid Amon ist die Stimme ein Transportmittel, das einen Inhalt (Botschaft) von A nach B bringt. Kleinwagen oder Sportwagen? Wer bekommt mehr Aufmerksamkeit, Zustimmung, Anerkennung? Ob wir gehört und verstanden werden, entscheidet die Stimme. Sie ist über die Luft als Schallwelle nach außen zu den Empfängern der Botschaft unterwegs. Wir hören uns innen über den Knochenschall.

Deswegen wirkt mitunter unsere eigene Stimme fremd. Ihr Rat: Gesprochenes oft aufnehmen, laut Buch oder Zeitung lesen, Kerzen ausblasen, Artikulationsmuskeln bewegen... 3 bis 5 Minuten täglich.“ Für eine professionelle Schulung sind etwa zehn Stunden zu kalkulieren. Ziel von Schulung und Training ist eine natürliche, selbstverständliche Übereinstimmung von Denken und Sprechen. Grundvoraussetzung für Authentizität, Glaubwürdigkeit, Kompetenz. Pure Sachlichkeit reicht für Begeisterung allerdings nicht. Da die Stimme auch ein Instrument der Seele ist, sind Emotionen unerlässlich. Sie regulieren Tonstärke, Tonhöhe, Melodie, Ausdruck, Betonung, Pausen. „Der Ton macht die Musik.“ Vokale machen die Melodie. Blickkontakte und Gestik verstärken die Wirkung bei den Empfängern der Botschaften. „Gesten gehören zu guter Sprechtechnik und einer lebendigen Körpersprache.“ Die Neurowissenschaft belegt, dass besonders die Nervenimpulse aus den Fingerspitzen die Sprechzentren im Gehirn aktivieren.

Und welche Fehler werden von Rednerinnen und Rednern am häufigsten gemacht? „Entweder sprechen sie zu leise oder zu laut, sehr oft viel zu schnell, verschlucken Buchstaben, machen keine Pausen, reden monoton ohne Emotionen.“ Fazit: Die akustische Visitenkarte überzeugt nicht. Die Botschaft wird nicht gehört und nicht verstanden. Die Stimme schließt das Ohr der Zuhörerschaft in Sekunden. Diese Diagnose stellte bereits Quintilian, römischer Sprech- und Stimmlehrer. “Wer das Ohr beleidigt, dringt nicht zur Seele vor.“

Von Elisabeth Längle

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